Rast / Dokumentarfilm (2016)

 

Atempausen von Menschen unterwegs - ein umgekehrtes Roadmovie.

 

 Dokumentarfilm / 60 min / 2016 / Verschiedene Sprachen (Engl. UT)

Konzept, Regie & Produktion - Iris Blauensteiner / Kamera - Carolina Steinbrecher / Schnitt & Dramaturgie - Svenja Plaas / Setton - Norbert Bichler, Chris Kuchner / Sounddesign - Clemens Wenger / Musik - Mira Lu Kovacs / Englisch Übersetzung - Alexey Hartlieb-Shea / Produktionsleitung - Carla Maria Losch / Gefördert vom Bundeskanzleramt Österreich Kunst & Kultur und der Kulturabteilung Stadt Wien MA7

Die BewohnerInnen eines Lkw-Rastplatzes und eines Campingplatzes bei Wien teilen die Nähe zur gleichen Autobahn und ein Bedürfnis: Das Ruhen und Rasten zwischen dem Reisen - die einen im Urlaub, die anderen bei der Arbeit. Sie haben ihre Privaträume dabei - aufs Notwendigste reduziert. Ihre täglichen Rituale vor und nach der Rast erzählen Geschichten über die Persönlichkeiten und Situationen der Menschen, die kleine Räume für eine Nacht zu ihrem Zuhause machen, um sich auszuruhen.

„Stück fur Stück setzt Rast zwei benachbarte Orte miteinander in Verbindung, deren Gemeinsamkeit im titelgebenden Zustand liegt: Halt machen. Im Wechsel begleitet der Dokumentarfilm das Nebeneinander von Gasten eines Wiener Campingplatzes, die fur kurze Zeit ihr Domizil in der charmanten Architektur zwischen Sichtschutzhecken und Sanitaranlagen neben der Autobahn aufschlagen, und Fernfahrern, die auf dem gegenuberliegenden Rastplatz vor und in ihren Lkw- Kabinen pausieren. Eine Autobahn, deren dauerhaftes Rauschen den gesamten Film durchzieht, trennt die beiden Schauplätze. Konzentriert portratiert die Kamera da wie dort die Routinen der rastenden Menschen, zeigt sie beim Essen, Spielen, Fernsehen, Telefonieren, Smalltalk und ihren Vorkehrungen fur die Nacht. Das Gefüge von Zelten, Campingmobilen, Bussen und Aufenthaltsraumen auf der einen Seite, Trucks und Raststatte auf der anderen, stellt Raume von Freizeit und Arbeit, Tristesse und „Abenteuer“, Gemeinschaft und Isolierung gegenüber. Die Selbstdarstellung der ProtagonistInnen wird dabei zum Programm: Ein Hippie- pärchen stellt seine Lebensphilosophie samt selbstgebautem Van mit Hange- vorrichtung fur Bananen und Partyboxen vor, eine Fernfahrerin berichtet von der harten, langweiligen und einsamen Arbeit, die Reiseleiterin einer Jugendgruppe präsentiert die grotesken nachsten Zielorte, ein Rallyefahrer träumt vom Abenteuer in den Bergen und ein Pensionistenehepaar genießt die Freiheit der Natur neben der sorgfaltig installierten Wäschespinne. Diese Geschichten und Vorstellungen finden in den Filmbildern von Rast zusammen: Die Räume sind von Phantasmen bewohnt.“ (Kathrin Wojtowicz)

 

 

* FESTIVALS: This human world, Wien, 5. Dezember 2017 / One with a movie Camera - International Ethnografic Film Festival Marburg, 29. Oktober 2017 / Architektur.Film.Sommer, Kinoabende im Hof des Architekturzentrum im MuseumsQuartier Wien, 23. August 2017
* SCREENINGS: dotdotdot - Open Air Kurzfilmfestival Wien, 19. Juli 2018 / YOUKI – Internationales Jugend Medien Festival, Special-Program „Road to Roots“, Wels, 22. November 2017  Cinema Next Special - „Drifters & Drivers“, Wien, 13. Juni 2017
* AUSSTELLUNG: „Das Gesetz des Gemeinwohls. Demokratie zwischen Utopie und Unbehagen“ beim SOHO in Ottakring Festival, Wien, 2.-16.Juni 2018
* TV: ”Oktoskop” OktoTV, 22. April, 29. April und 1. Juli 2018